Eine kleine Geschichte über Frieda

 

 

 

April 2008.

 

Seit Wochen sehe ich in unserer Gegend draußen 2 Enten herum fliegen. Sie sind fast jeden Tag hier zu sehen. Ich frage mich noch, was die hier suchen. Aber da der Rhein und der Schlosspark mit Teich in der Nähe sind, denke ich mir nichts Besonderes dabei. Doch sie sind mittlerweile fast jeden Tag hier. Das ist etwas ungewöhnlich. Sie sitzen teilweise gegenüber auf dem Dach unserer Nachbarn und tun nichts.

Eines Tages entdecke ich die weibliche Ente sogar auf meinem Balkon. Sie sitzt auf meinen Blumenkästen und marschiert über den großen Balkon. Wir haben 2 Balkone, einer ist etwas kleiner.

 

Am Dienstag den 29.04.08 abends habe ich tatsächlich 2 Eier entdeckt im Blumenkasten auf dem kleineren Balkon. Aha, das war es, was die Enten hierher geführt hat. Sie wollten ein Nest für den Nachwuchs suchen.


 

Ich bin ganz aufgewühlt und gehe gleich im Internet auf die Suche nach Hilfe. Was mache ich jetzt?

Durch ein Tierforum, wo ich mich extra angemeldet habe, erfahre ich die Einzelheiten, bekomme aber noch ein Hinweis, wo ich noch anrufen könnte. Ich sofort wieder im Internet nach Telefonnummern gesucht. Erste Anlaufstelle: Wildtierhilfe.de.

Danach den Naturschutzbund.

Nun, nach den mir nun bekannten Infos werde ich wohl die Ente der Natur überlassen. Sie darf in meinem Blumenkasten bleiben. Das Beobachten geht weiter.

 

Mittwoch den 30.04.08 morgens Ente wieder da, mittags ein Ei mehr.

 

Donnerstag 01.05.08 – ein Ei mit Loch, wahrscheinlich Elster. Ente kommt gegen 12 Uhr.

 

Ich versuche die Elstern vom Nest fern zu halten. Komme mir schon vor wie eine Entenmutter.

 

Freitag den 02.05.08 – Ente war heute nicht da. Ob die noch mal kommt??

 

Samstag 03.05.08 – freu - Ente ist da, für ein paar Stunden.

 

Sonntag den 04.05.08 – Ente ist morgens und abends, sogar über Nacht da auf ihrem Nest. Dachte schon, sie fängt jetzt an zu brüten. War aber wohl nix. Sie fliegt immer wieder weg um sich zu stärken.

 

Am Montag den 05.05.08 bin ich gleich am nachschauen, wieder ein Ei mehr. Jetzt sind es 4.

 

Heute Dienstag den 06.05.08 morgens Ente da, mittags ein Ei mehr. Es sind bereits 5 Eier im Nest. Mal sehen, wie viel es noch werden. Nach meinen Erkundigungen kann eine Ente bis zu 15 Eier legen. Na das kann ja heiter werden. Die Fortschritte der Ente Frieda werden von mir mit einzelnen Bildern festgehalten. So was kommt ja nicht jeden Tag vor.


 

Weiteres folgt!

 

 

 

So, da bin ich wieder.

 

Also am Mittwoch den 07.05.2008 war sie den ganzen Tag in ihrem Nest. Als sie dann wieder mal kurz weg war, musste ich unbedingt ins Nest schauen und siehe da, Nummer 6 ist da. Konnte ich leider nicht in einem Bild einfangen, da das eine Ei ziemlich gut versteckt ist.

Ab dem nächsten Tag morgens um sechs Uhr ist die Ente jetzt immer den ganzen Tag da, manchmal auch nachts. Sie fängt wohl jetzt an zu brüten.
Sie hat es sich so richtig gemütlich gemacht in meinem Blumenkasten.




Ich war über Pfingsten von Freitag bis Montag nicht da und war ganz aufgeregt, als ich montags wieder gekommen bin, was die Ente wohl machen wird.

Mein erster Gang war zum Balkon. Die Frieda war noch immer da. Sie tat mir so leid, dass sie bei der Hitze so in der Sonne sitzen muss, den Schnabel ganz weit aufgerissen. Aber das ist wohl normal, so wie ich das erfahren habe. Ist bei den Tieren wie eine Klimaanlage, da sie ja nicht schwitzen so wie wir.

Also sie brütet nun 6 Eier. Seit einer Woche sitzt sie jetzt schon auf dem Nest. Das kann auch noch mal 21-28 Tage dauern. Die Spannung steigt.

 

Heute morgen war sie mal nicht da und als ich um 6h15 auf die Arbeit gehen wollte, da saß doch glatt auf der Straße der Enterich und hat aufgepasst und auch noch laut geschnattert. Oben sah ich auf meinem Balkon, dass es sich die Entenmutter wieder gemütlich gemacht hat.

Der Enterich stand mitten auf der Straße und hat mich mit meinem Auto kaum durch gelassen. War schon komisch.
Auf dem Bild sieht man den Enterich. Er ist bunt und die Entenmutter ist braun.




Und hier noch mal beide. Laufen öfter mal auf der Straße rum.



Heute ist schon wieder Sonntag der 18.05.208.

Nix neues aus dem Entenreich. Sie sitzt auf ihren Eiern und brütet. So sieht das Nest im Moment aus. Ausgefüllt mit Entenfedern, damit es den Eiern wohl nicht kalt wird. Das Bild konnte ich mal morgens um 6 Uhr schnell knipsen, Da war sie mal weg.

 


Gestern hatte sie mir wieder mal leid getan. Bei uns wird gegenüber an einem Haus was angebaut und da war den ganzen Tag ein Gehämmer und Gesäge. Sie hatte keine ruhige Minute. Ist aber schon in ihrem Nest geblieben. Ich denke, dass sie ihr Nest deshalb nicht verlassen wird. Auch wie ich dann noch meine Blumen auf diesem Balkon gegossen habe, blieb sie ganz ruhig und hat mich nur beobachtet.

Was will sie auch machen. Sie wird wohl ihre Brut bewachen wollen oder müssen. Hat sich halt eine schlechte Zeit ausgesucht.

Ich muss ja schließlich meine Pflanzen auch gießen!

Das ist das letzte Bild von heute morgen 18.05.2008.



So, heute ist Sonntag den 25.05.2008. Eine Woche ist schon wieder vergangen.
Frieda hat die ganze Woche gebrütet. Ab und zu war sie mal kurz weg zum Futtern. Da konnte
ich mal wieder ein Bild von der Kinderstube machen.
Hier ist das vom 19.05.2008.







und hier noch eins vom 23.05.2008.




Hat alles schön mit Federn bedeckt damit keiner was klaut.
Der Entenvater beobachtet alles von weitem. Er fliegt öfter übers Haus.
Wenn die Entenmutter was essen geht, ist er immer in der Nähe vom Nest.

Es gibt heute nicht viel zu berichten. Bin mal gespannt, wann das erste Entenküken zum Vorschein kommt.

Jetzt soll es ja die Tage Gewitter geben. Ob die Ente das aushält im Nest???
Tut mir ja irgendwie leid, aber so ist halt die Natur.

Hier noch das letzte Foto von heute (25.05.2008) Vormittag.




und hier als Nahaufnahme...




Hab noch mal die Enteneltern verbastelt mit Rahmen...




Fortsetzung folgt...

Es ist wieder mal Sonntag den 01.06.2008.
Vom Entenleben und der Kinderstube gibt es diese Woche nichts neues zu berichten.
Sie sitzt fleißig auf ihrem Nest. Die Gewitter hat sie überstanden. Anscheinend kein
Problem für sie. In der Abenddämmerung geht sie manchmal weg. Ich nehme an,
sie geht sich dann stärken. Der Entenvater fliegt ab und zu vorbei und auch andere Enten
hab ich schon öfter hier gesichtet.

Mal schnell ein Foto wo sie gerade mal wieder weg war. Foto ist vom 25.05.2008.



Und hier noch eins von gestern Samstag. Ist noch ganz frisch.



Heute musste ich meine Blumen schneiden und gießen. Hat ihr aber nix ausgemacht.
Sie beobachtet mich immer. Langsam kennt sie mich schon. Als ich heute mit ihr geredet ! habe, hat sie
sogar mal was von sich gegeben, als ob sie mir was sagen wollte. Ich weiß, ist Blödsinn.
Aber als Entenoma kommt man auf die unmöglichsten Gedanken.
Ich hoffe, dass bald die Küken schlüpfen. Sie brütet jetzt schon seit ca. 3 Wochen.

Ich halte euch auf dem Laufenden......

Es ist Dienstag den 03.06.2008.

Ihr werdet es nicht glauben, als ich am Sonntag gerade meine Geschichte hier ergänzt habe,
hat sich draußen im Blumenkasten was getan. Als ich nach der Frieda schauen wollte, so wie immer,
habe ich noch was anderes entdeckt......




sie sind da....!!!!!!!!!
Ich konnte mich gar nicht satt sehen und holte vor lauter Aufregung gleich meine Kamera.
Ralf auf dem einen Balkon und ich auf dem anderen. So konnten wir die Lage von zwei Seiten
betrachten. Das ging aber jetzt schnell. Frieda hatte die ganze Zeit drauf gesessen und
und so konnten wir das Schlüpfen nicht sehen. Schade. Hatte mich nur gewundert, dass sie so komisch quer im Kasten saß.
Die Freude war riesig. Frieda lies uns nicht so nahe dran und meckerte.
Aber ich denke, wir haben ein paar gute Fotos getroffen.
Schaut selbst....







Die sind vielleicht süß.
















War das eine Freude. Ich war so aufgeregt und wollte an dem Abend gar nicht schlafen gehen.
Aber Frieda hat sie alle schön zugedeckt. So konnte ich in der Dämmerung die kleinen sowieso nicht mehr sehen.
Am nächsten Morgen, es war Montag und wir mussten ja auf die Arbeit, habe ich um 6 Uhr morgens schnell
noch mal einen Blick in die Kinderstube gewagt. Frieda hatte sie alle noch bedeckt.
So gingen wir leider auf die Arbeit. Wäre gerne da geblieben.

Es geht noch weiter.....

So, hier bin ich wieder. Es ist jetzt bereits Samstag den 07.06.2008.
Also, ich mach dann mal weiter wo ich stehen geblieben bin.
Also wir waren auf der Arbeit und als wir dann nachmittags wieder nach Hause kamen, war mein erster
Gang zum Balkon. Wollte doch sehen, wie es der neuen Familie geht.

Oh Schreck, was sehe ich denn da? Alle ausgeflogen und keine Ente mehr weit und breit.
Die Frieda hat sich mit den kleinen einfach so verdrückt. Und ich hätte doch so gerne gesehen, wie sie die kleinen
vom ersten Stock nach unten gelockt hat. So ein Mist! Ich war richtig traurig und konnte es gar nicht fassen.
Wo wird sie wohl hin sein? Ich blicke durch die Gegend, aber nichts mehr zu sehen außer einem leeren Nest.







Mein Kloß im Hals wurde immer größer. Aber so ist das wohl, wenn man ein Haustier verliert, dachte ich mir.
Ich redete mir ein, dass das eben so ist in der freien Natur und hoffte, dass sie den Weg zum Wasser unbeschadet gefunden hat.

Dann kam Ralf auf die Idee, mal zum Teich im Schlosspark zu fahren, der ganz in unserer Nähe ist.
Er düste los. Ich wartete verzweifelt auf einen Anruf, ob er sie gefunden hatte.
Dann kam auch schon nach etwas längerer Zeit der Anruf: Ich habe sie glaube ich entdeckt!

Ich bin gleich los so wie ich angezogen war und lief mit schnellen Schritten zum Schlosspark.
Ich lief fast 15 Minuten und es war so heiß. Ich dachte, ich komme nie an. Die Zeit ging gar nicht rum.
Mein Kopf wurde immer roter und ich konnte es nicht abwarten, Frieda wieder zu sehen.

Als ich dann irgendwann dann endlich ankam und ich Ralf entdeckte, wie er schon am Fotos machen war,
sah ich sie und die kleinen Küken am Teich. Ich war hin und weg, sogar Ralf hat sich so in die Entchen verliebt,
dass er nicht mehr aufhören konnte, auf den Auslöser zu drücken. Waren die süß. Es waren 6 Stück und der Entenvater
war auch da. Ich sah aber auch, dass es noch mehr Enten mit ihren Jungen gab und Ralf erstmal nicht wusste,
welche es jetzt sind und ob es wirklich 6 Stück waren. Aber die hier mussten es sein.




Wir machte Bilder ohne Ende und konnten es noch gar nicht glauben. Sie hatte es geschafft.
Hier am Teich hatten sie es gut und wir konnten nach länger Zeit des Fotografierens endlich nach Hause.

Hier könnt ihr euch mal das Entenleben ansehen. Einfach auf das Bild klicken.




Zu hause angekommen schaute ich immer noch in das leere Nest und konnte es erstmal nicht wegmachen.
Ich dachte, vielleicht kommt sie ja noch mal vorbei.

Es kommt noch was. Also dran bleiben.

Bin wieder da.

Habt ihr euch schon die Entenbilder betrachtet? Schön, was???
Ich musste mir die Bilder zu Hause auch erstmal auf dem PC ansehen.
Als ich mir die Bilder so nach und nach betrachtet habe, ist mir aufgefallen,
dass die Entenmutter, die wir am Schlosspark mit den Entenküken fotografiert haben, irgendwas hatte,

was mir nicht gefiel. Irgendwie sah sie nicht so aus wie meine Frieda auf den Bildern,
die ich ganz am Anfang geknipst hatte. Ich verglich die Bilder ständig mit denen vom Anfang
der Geschichte. Mir war aufgefallen, dass der Schnabel der Mutter aus dem Schlosspark unten rötlich war,
was bei Frieda nicht der Fall war. Ihr Schnabel war rundherum dunkel gewesen.
Nach langer Überlegung bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass war nicht Frieda!!!

Oh Gott, was war nun aus Frieda und den Küken geworden?
Sind sie heil zum Gewässer gekommen?
Haben es alle geschafft?

???

Meine Gedanken waren wieder in Hochform. Aber es nütze nichts. Ich musste es so
akzeptieren, schließlich ist Frieda ein freies Tier und ich denke, sie wird wohl ihren Instinkten nach
gegangen sein.
Ich kann nur hoffen, dass alles gut gegangen ist.
Vielleicht kommt sie ja nächstes Jahr wieder. Werde meinen Blumenkasten dann wieder
zur Verfügung stellen.

Alles Gute liebe Frieda. Wir werden dich vermissen.....

ENDE




Pictures and Story © by Trixi